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Drehbücher für
Kindertheater

Auf und für Websites werden eine Menge Wörter benötigt: redaktionelle Texte, Werbetexte, Nutztexte (damit da nicht zum 1000sten mal “Klicken Sie hier” oder “Hier kannst du” steht), suchmaschinenoptimierte Texte und natürlich all das, was man zur Selbstvermarktung braucht (siehe diesen Text hier).

Eine besonders schöne und ganz andere Art der Textarbeit ist das Schreiben von Drehbüchern für Kindertheaterstücke. Nachdem ich selbst in ferner Vergangenheit Kindertheater gespielt und eine TV-Sendung moderiert habe, ist ein Wissen darüber entstanden, wie auf Bühnen vorgetragene Texte funktionieren, wie Geschichten und Charaktere entwickelt und Pointen gesetzt werden.

Für das Kindertheater BühneBumm aus Hamburg sind bereits mehrere Textfassungen für Bühnenstücke entstanden, bei denen mal Kinderbücher, mal Märchen als Grundlage vorlagen, wobei gerade letztere in den Grimmschen Urversionen oftmals fast ohne gesprochenen Text auskommen, wenn man mal die markanten Aphorismen wie “Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter” außer Acht lässt.

Es gilt also zuerst, die Geschichte selbst in eine spielbare und mit 2 Schauspielerinnen choreografierbare Bühnenform zu bringen sowie die Figuren mit Charakter zu bestücken, der für die Zielgruppe ab 3 Jahre erkennbar und nicht erschreckend sind (denn die böse Hexe darf natürlich nicht so böse sein, dass die Kinder beim ersten Auftritt heulend in Mamas Arm flüchten). Dann entstehen Monologe, Dialoge und Offtexte, die in die Welt der jeweiligen Geschichte und ihre Figuren passen und insgesamt dazu beitragen, dass die Kinder für ca. 45 Minuten verzaubert werden.

Folgende Drehbücher für die BühneBumm habe ich geschrieben:

 

Sterntaler (2004)

Einer DER Klassiker aus der Märchenkiste der Gebrüder Grimm. Ursprünglich sehr gottesfromm und demütig wurde Sterntaler in der Bühnenform zu einer nachdenklichen aber eher fröhlichen Geschichte von einem armen Mädchen, welches andere beschenkt. Und da sie fast nichts besitzt, verschenkt sie auch zwischenmenschliche Dinge wie Wärme, Spiel, Tanz und Heiterkeit. Und natürlich regnet es am Ende Sterne in ihr Kleid.

“Sterntaler” bei der BühneBumm

Drehbücher - Sterntaler
 

Rapunzel (2008)

Das Mädchen Rapunzel wird - laut den Gebrüdern Grimm - in einem Turm ohne Tür von einer Hexe gefangen gehalten und letztendlich von einem Prinzen gerettet. Herrlich! Dies erfordert eine eigene Sprache im Ganzen als auch für die 3 Charaktere. Und eine vereinfachte Betrachtung der Geschichte, denn die Rapunzel-Version von den Grimms ist in ihren Einzelheiten teilweise so kompliziert und auch grausam, dass man damit jedes Kleinkind überfordern würde.

“Rapunzel” bei der BühneBumm

Bühnebumm - Rapunzel
 

Das Spiel vom dicken fetten Pfannkuchen (2010)

Eine alte Geschichte, die es in zahlreichen Versionen aus verschiedenen Ländern gibt, im englischen ist es z.B. der “Gingerbreadman”. Es geht immer um ein zubereitetes Lebensmittel, das zum Leben erwacht, und sich seiner Verspeisung widersetzt. Viele versuchen, den Pfannkuchen zu fressen, so treten in dem Stück neben den 3 Schwestern, die den Pfannkuchen zubereiten, noch Gans, Schaf, Fuchs, Eichhörnchen, Hirsch, Bär und Schwein auf. Und am Ende das arme Kind, das Hunger leidet und das Ende der Geschichte einläutet. Aber darf es den Pfannkuchen aufessen, oder fangen dann die Kinder an zu weinen? Auflösung auf der Bühne…

“Das Spiel vom dicken fetten Pfannkuchen” bei der BühneBumm

Drehbücher - Pfannkuchen
 

Tomte und der Fuchs (2011)

Eine der schönsten aber auch seltsamsten Geschichten von Astrid Lindgren, weil in ihr eigentlich nichts geschieht. Tomte Tummetott ist ein Zwerg und so eine Art guter skandinavischer Hausgeist, der über Mensch, Tier und Hof wacht. Er spricht allen Tieren Mut zu und gibt ihnen die Gewissheit, dass nach dem Winter der Frühling folgen wird. Die Menschen haben ihn noch nie gesehen, aber gerade die Kinder wissen, dass er da ist, und dass sie sich nicht sorgen müssen, weil immer einer da ist, der über sie wacht.

Für die Bühnenfassung wurden die beiden Bücher “Tomte Tummetott” und “Tomte und der Fuchs” fusioniert.

“Tomte und der Fuchs” bei der BühneBumm

 

Der kleine Häwelmann (2013)

Kinder wollen oft “Nochmal!” und “Mehr!” - so geht es auch dem kleinen Häwelmann als er Abends in seinem Bett liegt und weder einschlafen kann noch will. Heute würde man ihm wohl ADHS diagnostizieren wollen, aber das war 1849, als das Märchen von Theodor Storm geschrieben wurde, glücklicherweise noch nicht erfunden.

So kann er seiner Wege gehen und in der Nacht viele schöne Begegnungen erleben.

“Der kleine Häwelmann” bei der BühneBumm

Bühnebumm - Der kleine Häwelmann
 

Das kleine Ich bin Ich (2015)

Was ist eines der schönsten Gedichte für Kinder der letzten Jahrzehnte? Das Buch “Das kleine Ich bin Ich” von Mira Lobe. Für die Bühnenversion habe wir uns gegen die Versform entschieden, aber die Grundidee mit lustigen und “poetischen” Bildern umgesetzt; Egal, was die anderen sagen - egal, wie du aussiehst - egal, wo du herkommst - Du bist Du, und das ist genau richtig so!

“Das kleine Ich bin Ich” bei der BühneBumm

Drehbücher - Ich bin Ich
 

Die 3 kleinen Schweinchen (2016)

Es ist eigentlich wie bei Star Wars: der ewige Kampf von Gut (3 kleine Schweinchen) gegen Böse (Wolf). Am Ende gewinnt glücklicherweise das Gute. Doch auf dem Weg dahin geht es spannend zu, denn der Wolf schafft es tatsächlich, erst ein Stroh- und dann ein Holzhaus umzupusten. Doch am Ende hält das Steinhaus und bietet Schutz und Sicherheit - Schwein gehabt!

“Die 3 kleinen Schweinchen” bei der BühneBumm

 

Die Prinzessin auf der Erbse (2017)

Wäre es kein altes Märches, könnte man es fast schon für eine Persiflage auf manches Fernseh-Format halten - ein Prinz veranstaltet im Grunde ein Casting um seine Prinzessin zu finden. Aber er findet sie nicht, weil er sich selbst im Wege steht oder die Zweifel seiner übergriffigen Mutter zu groß sind. Letztendlich steht DIE EINE aber doch vor seiner Tür und natürlich gibt es ein glückliches Ende.

“Die Prinzessin auf der Erbse” bei der BühneBumm

Drehbücher - Prinzessin
 

Hase und Igel (2018)

Der Igel ist eigentlich ein entspannter Typ vom Land, aber wo er richtig sauer wird, ist wenn so ein Hase aus der Stadt behauptet, er - der Igel - habe kurze krumme Beine. Da fliegen beim Igel alle Sicherungen raus und er lässt sich auf ein kaum gewinnbares Rennen mit dem Hasen ein.

Hoffentlich liest das jetzt kein Kind, das später das Stück sehen will, aber so viel sei verraten: Der Igel gewinnt tatsächlich! Mit einem Trick. Aber der wird nicht verraten.

“Hase und Igel” bei der BühneBumm (noch nicht online)